FORSCHUNGS- UND TECHNOLOGIESTANDORT ÖSTERREICH

Mit zahlreichen Maßnahmen wird in Österreich vor allem die enge Verzahnung von Wirtschaft und Forschung gefördert. Ziel ist, in die Gruppe der innovativsten Länder Europas vorzurücken. Davon profitieren Unternehmen wie Forschungseinrichtungen gleichermaßen.

Mit knapp drei Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes (BIP) für Forschung und Entwicklung liegt Österreich deutlich über dem EU und OECD-Durchschnitt. Doch es braucht mehr als nur hohe Investitionen. In Österreich begleiteten zahlreiche Strukturreformen den Wachstumspfad bei den Forschungsaufwendungen. Mit dem Aufbau des Fachhochschulsektors Mitte der 1990er-Jahre, der Reform des Studiensystems (Bologna-Prozess) und der Überführung der Universitäten in die Autonomie wurden Meilensteine gesetzt. Das System der Forschungsförderung wurde reformiert, wichtige neue Förderprogramme und die steuerliche Forschungsförderung ins Leben gerufen. Auch die außeruniversitären Forschungsinstitute wurden neu ausgerichtet, und die Mittel zur Förderung der anwendungsorientierten Forschung (wirtschaftsnahe Forschung) wurden erhöht. Mit verschiedenen Maßnahmen wurden die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft deutlich ausgebaut, Kompetenzzentren – wie etwa im Rahmen des Forschungsförderungsprogrammes COMET – errichtet und Forschungszentralen in Österreich angesiedelt.

„REIFES“, MODERNES INNOVATIONSSYSTEM

Die gemeinsamen Anstrengungen tragen Früchte: Österreich verfügt heute über mehrere universitäre und außeruniversitäre Institute mit internationaler Reputation und exzellentem wissenschaftlichen Output. Die Zahl der wissenschaftlichen Publikationen wurde deutlich gesteigert, österreichische ForscherInnen sind auch international sehr aktiv, wie etwa die höchst erfolgreiche Teilnahme am EU-Forschungsrahmenprogramm zeigt.
Die Erfolge der aktiven Forschungspolitik zeigen sich deutlich: So sind etwa die Patentaktivitäten Österreichs seit dem Jahr 2000 überdurchschnittlich gestiegen und liegen – gemessen an der Einwohnerzahl – wesentlich über dem EU-Durchschnitt. Der Anteil innovativer Unternehmen liegt mit 56 Prozent ebenfalls deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen konnten durch ein maßgeschneidertes Förderangebot auf den Innovationsweg geführt werden.

KLUGE FORSCHUNGSANREIZE

Die österreichische Wirtschaftspolitik hat schon seit langem den hohen Stellenwert von unternehmerischen Innovationen erkannt und fördert das unternehmerische Innovationsverhalten mit entsprechenden Instrumenten. Der Anteil der Unternehmen, die in den Genuss von innovationsspezifischen Fördermaßnahmen kommen, ist in Österreich am höchsten von allen EU-Ländern. Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft wurde in den vergangenen Jahren stark ausgebaut. Deutlich gestiegen sind auch die Erlöse aus Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, die die Universitäten für Auftraggeber und Kooperationspartner aus der Wirtschaft erzielen, und die Anzahl der Spinoff-Gründungen aus Universitäten.

KONZENTRIERTE INNOVATIONSKRAFT

Zu den technologischen Spitzenreitern und Weltmarktführern aus Österreich zählen exemplarisch unter anderem:

Agrana (Fruchtzubereitungen, Fruchsaftkonzentrat) • AMAG (Aluminiumhalbzeugprodukte) • Andritz (Anlagen u. a. für Zellstoff und Stahl) • Anton Paar GmbH (Mess- und Analysegeräte) • AT&S (Leiterplatten) • Atomic (Schi) • AVL (Motorenentwicklung) • Berndorf AG (Werkzeugbau) • Blum (Möbelbeschläge) • BWT (Wassertechnologien) • Doppelmayr (Seilbahnen und Transportsysteme) • Engel (Kunststoffmaschinen) • FACC AG (Flugzeugkomponenten) • Fischer (Schi und Bindungen) • Frauenthal Holding AG (Nutzfahrzeugbauteile) • Frequentis (Sicherungstechnik für Flughäfen), • Geislinger (Kupplungen für Schiffsmotoren) • Greenonetec (Solarthermie-Kollektoren) • Infineon Technologies Austria AG (Chiptechnologien) • ISI (Treibgaskapseln für Essen und Auto-Airbags) • Isosport (Verbundmaterialien für Skier und Snowboards) • Isovolta (Spezialfolien für Photovoltaikmodule) • Jungbunzlauer (Zitronensäure) • Kapsch TrafficCom (vollelektronische Mautsysteme) • Keba (Automationslösungen) • Knapp AG (Lagerlogistik) • KTM (Geländemotorräder) • Lenzing (Lyocellfasern) • Liebherr (Kühlgeräte, Kräne) • Magna Powertrain (Antriebssysteme) • Mayr-Melnhof Karton AG (Verpackungen) • MIBA AG (Sinterformteile, Gleitlager) • OMV AG (Erdöl-Exploration) • Ovotherm (durchsichtige Eierverpackungen) • Palfinger (LKW-Kräne) • Pankl (Präzisionsteile für Luftfahrt und Motorsport) • Pelzmann (Kürbiskernöl) • Plansee (Hochleistungsmetalle) • Pollmann (Steuerung für Schiebedächer) • RHI (Feuerfestmaterialien) • Rosenbauer (Spezial-Feuerwehrfahrzeuge) • Riegl Laser Measurement Systems (Vermessungs- und Scanner-Technik) • Schiebl (unbemannte Flugsysteme) • Schoeller-Bleckmann Oilfield (Bauteile für Ölfelderschließung) • Siemens AG Österreich (Verkehrstechnologien) • SKIDATA AG (Zugangssysteme) • Sunkid (Liftanlagen für Kinder) • Swarovski (Kristallprodukte, Optik) • Teufelberger (Seile) • Tupack (Gehäuse für Kosmetikartikel) • voestalpine (Stahlprodukte) • Wienerberger (Baustoffe) • Wintersteiger (Maschinen für Wintersport, Saatmaschinen) • Zizala (Lichtsysteme für KFZ) • Zumtobel (elektronische Lichttechnologie)

LINKS